EnduroGP-Auftakt 2026 in Sizilien: Garcia und Freeman kämpfen um jeden Zentimeter – Martel krönt sich zur Doppelsiegerin
Dramatische Duelle, Sekundenkrimi und ein emotionales Comeback: Der WM-Auftakt in Custonaci lieferte Enduro vom Feinsten – und Justine Martel schrieb Geschichte.
Die Paulo Duarte FIM EnduroGP Weltmeisterschaft 2026 ist eröffnet – und was für ein Einstand! Auf dem steinigen, staubigen Terrain von Custonaci in Sizilien boten die weltbesten Enduro-Piloten an zwei packenden Renntagen Motorsport auf absolutem Spitzenniveau. Enge Zeitabstände, mitreißende Klassenduelle und eine historische Leistung in der Frauen-Wertung sorgten für einen Auftakt, der die Latte für den Rest der Saison bereits sehr hoch legt.
Tag 1: Garcia beherrscht die sizilianische Steinwüste
Extreme Hitze, feiner Staub und gnadenlos felsige Sonderprüfungen – die Bedingungen in Custonaci verlangten den Fahrern vom ersten Meter an alles ab. Doch genau in diesem rauen Umfeld zeigte Josep Garcia (KTM), warum er zu den Topfavoriten auf den WM-Titel zählt: Der Spanier startete mit Bestzeiten in den ersten Renntag und ließ keinen Zweifel an seiner Siegesabsicht.
Doch Steve Holcombe (Sherco) ließ sich nicht abschütteln. Der Brite, der nach einer verletzungsbedingten Auszeit ins Renngeschehen zurückgekehrt ist, setzte Garcia mit starken Rundenzeiten unter Druck und lieferte einen echten Zweikampf. Zwischenzeitlich trennten die beiden lediglich wenige Sekunden – ein Krimi, der die Zuschauer in Atem hielt. Letztlich behielt Garcia die Nerven und sicherte sich den Tagessieg.
Das vielleicht eindrucksvollste Zeichen der Ausgeglichenheit im Feld: Die gesamte Top 10 lag am Ende innerhalb von nur neun Sekunden!
Klassenergebnisse Tag 1
Enduro1: 🥇 Josep Garcia | 🥈 Antoine Magain | 🥉 Morgan Lesiardo
holte sich mit einer konstanten und fehlerfreien Gesamtleistung ihren
allerersten Sieg in der Women's Enduro WM
. Die Französin profitierte zwar auch von Patzern der Konkurrenz, demonstrierte aber über den gesamten Tag eine beeindruckende Stabilität und überquerte die Ziellinie mit deutlichem Vorsprung.
Women's Enduro Tag 1: 🥇 Justine Martel | 🥈 Rachel Gutish | 🥉 Sara Traini
Nachwuchs glänzt: Elgari und Scardina setzen Ausrufezeichen
Junior Enduro: 🥇 Alberto Elgari | 🥈 Romain Dagna | 🥉 Maxime Clauzier
Besonders Alberto Elgari hinterließ beim Junior-Debüt einen starken Eindruck und sendete direkt ein klares Signal an die Konkurrenz.
Tag 2: Freemans Rückkehr – ein Champion meldet sich zurück
Der zweite Renntag stand ganz im Zeichen eines emotionalen Comebacks: Brad Freeman (Beta), zehnfacher Enduro-Weltmeister, feierte nach seiner verletzungsbedingten Saison 2025 eine triumphale Rückkehr. Ein Sturz von Holcombe öffnete das Tor – und Freeman, der mit cleverer Renneinteilung überzeugte, nutzte die Gunst der Stunde eiskalt aus und fuhr einen souveränen Tagessieg ein.
Auch hier lieferte das Starterfeld einen atemberaubenden Kampf: Die gesamte Top 5 lag am Ende innerhalb von lediglich zwölf Sekunden.
Klassenergebnisse Tag 2
Enduro1: 🥇 Josep Garcia | 🥈 Antoine Magain | 🥉 Morgan Lesiardo
Enduro3: 🥇 Brad Freeman | 🥈 Steve Holcombe | 🥉 Theo Espinasse
Martel vollendet das perfekte Wochenende
Was Justine Martel an diesem Wochenende in Sizilien ablieferte, verdient höchsten Respekt: Zwei Renntage, zwei Siege, WM-Führung. Die Französin dominierte auch den zweiten Tag in der Women's Enduro und setzte damit ein unmissverständliches Ausrufezeichen für die gesamte Saison.
Deutsches Aushängeschild: Leon Thoms sammelt wertvolle Erfahrung
Als einziger deutscher Starter im Feld trat Leon Thoms auf seiner Triumph in der hart umkämpften Junioren-2-Klasse an. Das anspruchsvolle Terrain von Custonaci mit seinen steinigen Prüfungen, dem allgegenwärtigen Staub und der sizilianischen Hitze forderte auch dem jungen Deutschen alles ab. Mit Platz 14 am ersten und Platz 15 am zweiten Renntag zeigte Thoms vor allem eines: Konstanz und die Fähigkeit, sich im internationalen Spitzenfeld zu behaupten.
Für einen Saisonstart, bei dem Erfahrungssammeln und sauberes Durchkommen oberste Priorität haben, ist das eine solide Basis, auf der sich definitiv aufbauen lässt.
Fazit: Diese EnduroGP-Saison wird heiß
Der Auftakt in Sizilien hat gezeigt, was die EnduroGP-Saison 2026 zu bieten hat: Garcia startet mit Nachdruck in die Titelverteidigung, Freeman ist zurück und hungrig wie eh und je, und Martel sorgt in der Frauen-Klasse für die erste große Überraschung der Saison. Die Abstände sind eng, das Niveau enorm hoch – und die Spannung verspricht, bis zur letzten Runde zu bleiben.
Weiter geht es beim GP von Spanien in Oliana vom 1. bis 3. Mai. Wenn Custonaci ein Vorgeschmack war, dann dürfte uns eine der spannendsten EnduroGP-Saisons seit Jahren bevorstehen.